Blog für Januar 2009

Für Sie auf Fortbildung!

Vom 15.-18.Januar war ich für Sie (und für mich!) auf einem absoluten Highlight-Workshop: „The evolution of consciousness“ von Robert Dilts und Stephen Gilligan, die seit vielen Jahren zu meinen wichtigsten Lehrern gehören und zwischenzeitlich auch zu guten Freunden geworden sind . (Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen: http://www.health-nlp.de/Evo-II/evo-ii.html

Es ging dabei darum, wie man Patienten und Klienten dazu verhelfen kann, ihr tiefstes Potential zu wecken.

Ein wunderbares Seminar!
Ich hoffe sehr, Ihnen in meinen Konsultationen etwas von dem kreativen und guten Geist dieser beiden großen Therapeuten mitbringen zu können.

Die neue Seite „Stressmedizin“ ist online!

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Stress-Medizin: Prävention, Diagnose, Therapie von stressbedingten Gesundheitsstörungen

Heilsame Worte


Artikel in Medi-Times, Dezember 2008
In der Zeitschrift Medi-Times, Dezember 2008 erschien folgender Artikel von Dr.Wesel:

„Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Sie …“

Wer sieht schon gerne die Erschütterung und Angst im Gesicht eines Patienten, der erfährt, dass er Krebs hat? Die Übermittlung schlechter Nachrichten steht auf der Beliebtheitsskala ärztlicher Aufgaben sicher weit unten. Aber auch in Krisensituationen ist eine unterstützende Kommunikation wichtig – und möglich!

Es ist ein schmaler Grat, dem Patienten einerseits die Ernsthaftigkeit der Diagnose nahe zu bringen, ohne ihm andererseits die Hoffnung auf Heilung zu nehmen. Dr. Lutz Wesel aus Sinzheim ist als Allgemeinarzt tätig und hat vor drei Jahren selbst erfahren, wie wichtig bei einer schweren Diagnose die Kommunikation darüber ist. „Der erste Arzt bestätigte meinen Verdacht auf ein Karzinom, war aber selbst unsicher, was jetzt zu tun sei“, beschreibt er eine zutiefst verunsichernde Erfahrung. Der Arzt übermittelte ihm zusammen mit der Diagnose nur Ratlosigkeit. Der nächste Arzt schlug ihm dagegen sofort zwei Kliniken vor („es gibt zwei, die das hinkriegen können“) und rief auch gleich bei der einen an – ein klares Signal zur Lösungsstrategie.
Genau darauf kommt es in der Kommunikation von Arzt und Patient in Krisenzeiten an: Der Arzt sollte vermitteln, dass beide gemeinsam in der Lage sein werden, die Situation zu meistern. Das muss nicht in jedem Fall bedeuten, dass eine Heilung erreicht werden kann. Anders ausgedrückt: „Healing does not necessarily mean curing“. Genau das Gegenteil vermittelt der Ausspruch: „Wir können nichts mehr für Sie tun“. Erstens gibt es immer wieder unerwartete Spontanheilungen, weshalb Wesel empfiehlt, nie eine Prognose zur Frage der verbleibenden Lebensdauer zu machen. Und zweitens können Ärzte auch austherapierten oder sterbenden Patienten heilende Dienste tun, sie können Stütze sein oder Ängste lindern.

Ruhe, Rettung und Hoffnung auf Heilung

„Ärzte sollten den Fokus bei der Nachrichtenübermittlung auf Ruhe, Rettung, Hoffnung und Heilung legen“, sagt der Allgemeinarzt und Psychotherapeut. Es ist wie bei einem nahenden Unfall, wenn ein Auto uns beispielsweise die Vorfahrt genommen hat: Wohin schaut man? Wer den Blick nicht mehr von dem herannahenden Auto lösen kann, steuert mit großer Sicherheit auf den Unfall zu. Viel Erfolg versprechender ist es, nach der Lücke zwischen den Autos zu suchen. Auf den Kranken bezogen heißt das: Es wird ihm besser gehen, wenn er über Heilungsmöglichkeiten nachdenkt – und nicht über den Tod.
Das heißt nicht automatisch, dass der Arzt beschönigen muss, findet Wesel. „Es ist eine große Sache, die Operation des Karzinoms wird acht Stunden dauern“, erklärte ihm der Chirurg – und ergänzte: „Aber ich weiß, was ich mache und ich verspreche Ihnen, dass ich mein Bestes geben werde.“ Diese Wortwahl sorgte bei dem Kollegen und Patienten für Vertrauen und Zuversicht, für Mut und Hoffnung eben.
„Der Arzt versieht die Symptome des Patienten mit Bedeutung“, verdeutlicht Lutz Wesel, der überzeugt ist, dass sich Gesundheit, Heilung und Krankheit im Kopf abspielen. Ärzte können erklären, helfen und beruhigen oder ängstigen, den Kranken im Regen stehen lassen und erschrecken.

Welche Worte wählen?

Als Kommunikationstrainer rät Wesel dazu, dem Patienten die Diagnose „Sie haben Krebs“ nicht ins Gesicht zu sagen,
ihn dabei also nicht direkt anzusehen. Besser ist es seiner Erfahrung nach, wenn Arzt und Patient gemeinsam beispielsweise ein Röntgenbild betrachten und der Arzt anhand dieses Bildes die Diagnose erklärt: „Hier haben wir ein Problem, hier sitzt ein XY-Krebs.“ Erst im zweiten Schritt würde er den Patienten wieder anschauen und ihm Mut machen: „Das kriegen wir zusammen schon hin.“
Nach einer Krebsoperation oder nach der Diagnoseeiner präkanzerösen Symptomatik ist es ebenso wichtig, dem Patienten Hoffnung zu vermitteln. „Gehen Sie davon aus, dass Sie geheilt sind. In den Nachsorgeuntersuchungen werden wir sicherstellen, dass alles in Ordnung ist“ – solche oder ähnliche Formulierungen bauen auf und zeigen, dass es einen Grund für Optimismus gibt.

Heilsame Kommunikation

Und die Rolle der Arzthelferin?

Die Mitteilung von ernsten Diagnosen ist immer Sache des Arztes. Das Team muss zwar informiert sein, damit keine peinlichen Situationen am Empfang entstehen. Aber die Arzthelferin darf nichts mit der Übermittlung der Fakten zu tun haben.
Vielleicht steht der Patient nach dem Arztgespräch noch am Empfang „mit dem Gefühl, dass der Boden wegschwimmt und der Verstand in den Orbit geschossen wurde“. In solchen Situationen hat Wesel erlebt, wie er selbst für jede Form von Anteilnahme dankbar war. Die Arzthelferinnen dürfen also durchaus Gefühle zeigen, aber dazu müssen sie auch wissen, welche Art von Hoffnung sie diesem Patienten vermitteln können. Und es ist mit Sicherheit Chefsache, dafür zu sorgen, dass auch die Mitarbeiterinnen keine kommunikativen Fehler begehen.

Männer gesucht!

Für unser Familienaufstellungs-Seminar am 31.1. bis 1.2.2009 suchen wir noch dringend einige Männer, die Interesse an psychologischen und familien-dynamischen Themen haben.

Wir versprechen tiefgehende Einblicke und Erfahrungen in die Dynamik von Familien und die große Kraft der unbewussten Bindung, die ein jeder von uns zu seiner Herkunftsfamilie verspürt, und wie diese Kraft sich zum Mühlstein, oder Segen auf unser Leben auswirken kann.
Die Teilnahme ist kostenlos (für die „Quotenmänner“)

(Ohne Männer geht’s halt doch nicht!)

Bei Interesse melden Sie sich bitte in der Praxis

Ausgebrannt? Adieu Karriere!

In der Dezemberausgabe 2008 des regionalen Wirtschaftsmagazins inside-B erschien mein Artikel Ausgebrannt? Adieu Karriere!

Ausgebrannt? Adieu Karriere!

Es beginnt schleichend, fast unmerklich:
Zuerst etwas Nervosität, Konzentrationsstörungen, Energieverlust, nachlassende Leistungskraft und Motivation, später dann Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, nachlassende Lust. Im Weiteren treten körperliche Symptome auf wie Muskel- schmerzen, Magen- und Darmstörungen, ein Wirbelsäulensyndrom, Herzbeschwerden und schließlich psychische Symptome wie depressive Verstimmungen, Unruhe, Ängste, Phobien, Panikattacken.
Das Endstadium der stressbedingten Erschöpfung ist dann schließlich das völlige Ausgebranntsein: früher Managerkrankheit, heute neudeutsch „Burnout-Syndrom“ genannt. Wenn es so weit gekommen ist, sind Sie erst mal weg vom Fenster. Und das für längere Zeit — schlimmstenfalls auf Dauer.
Das Vollbild des Burnout-Syndroms erfordert in aller Regel einen mehrwöchigen stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik und viele der Betroffenen finden nie mehr zu alter Leistungskraft zurück. Adieu Karriere!

Mit den modernen Diagnosemethoden der Stressmedizin lassen sich Zeichen der Überlastung schon lange erkennen, bevor der Betroffene sie subjektiv spürt. Untersuchungsmethoden wie Bestimmung von Stresshormonen, Abflachung der Herzfrequenz-Variabilität, des vegetativen Aktivierungszustands und der Regenerationsfähigkeit des Organismus geben schnell und eindeutig Rückschluss über das Ausmaß der drohenden Erschöpfung und über Belastbarkeits-Reserven.

Aber weil der „echte“ Mann ja keine Schwäche zeigt, ist es leider immer noch die Regel, dass viele Leistungsträger sich so lange mit aller Willenskraft zusammenreißen, bis wirklich nichts mehr geht. Und so braucht es wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit, bis sich herumgesprochen hat, dass Mann kein Weichei ist, wenn er seinen Gesundheitscoach in Anspruch nimmt. Und was tut der dann? Zunächst einmal ermittelt er den Status quo. Mit Hilfe der geschilderten wissenschaftlichen Methoden findet er präzise heraus, an welchem Punkt der Leistungskurve sein Klient derzeit steht. Daraus werden Zielvereinbarungen erarbeitet, wo die gesundheitliche Reise hingehen soll. Dann entwickelt er ein individuell auf den Klienten abgestimmtes Programm, um dessen Leistungskraft für möglichst lange Zeit auf einem Top-Niveau zu erhalten. Das Programm setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen wie: Strategien für Ausgleich und Regeneration, Stress-Coping, Sicherstellung einer Work-Life-Balance, Entspannungstechniken, Biofeedback, Sport, Ernährung bis hin zu medizinischen Maßnahmen zur Behandlung der betroffenen Organsysteme und Wiederherstellung des hormonellen Gleichgewichts. Im weiteren Verlauf begleitet und coacht er den Klienten dann auf dessen Weg zu voller Leistungskraft und hilft zu gewährleisten, dass die Ziele konsequent umgesetzt werden. Aus alledem folgt, dass Gesundheits-Coaches speziell ausgebildete Ärzte sein müssen, die das gesamte Spektrum von Schulmedizin, Psychologie, Sportmedizin und vielem anderen abdecken können. Sehr wichtig ist, dass sie einen Paradigmenwechsel vollzogen haben, um statt des in Schulmedizin und Psychotherapie üblichen Defizit-Fokus die im Coaching vorherrschende Ressourcen- und Lösung sorientierung anbieten zu können. Und dann macht der zunächst etwas provokant klingende Satz Sinn, der da lautet: Die Dummen gehen zum Arzt, wenn sie krank sind. Die Schlauen gehen, um gesund zu bleiben.